Dr. med. Michael Bohne:
Bitte klopfen! Anleitung zur emotionalen Selbsthilfe (speziell fĂĽr Selbstanwender)

Dr. med. Michael Bohne
Bitte klopfen! Anleitung zur emotionalen Selbsthilfe
64 Seiten, 5 Abb., Kt, 2. Aufl. 2011
ISBN 978-3-89670-737-6
Carl-Auer Verlag

Ăśber dieses Buch:

„Klopfen“ ist leicht zu erlernen und beruht auf einem einfachen Prinzip: Während man gerade Stress, Leistungsdruck, Ängste, Ärger, Hilflosigkeit oder andere unangenehme Gefühle empfindet, „beklopft“ man bestimmte Akupunkturpunkte. Dabei werden einfache Sätze ausgesprochen, die die Selbstakzeptanz verbessern. Dieses Vorgehen führt recht schnell dazu, dass unser Gehirn wieder in einen Zustand größerer Lösungskompetenz gelangt. Leistungsblockaden, belastende und unangenehme Gefühle lassen sich so bei den meisten Menschen gut auflösen.

Michael Bohne vermittelt in diesem Buch eine zeitgemäße Weiterentwicklung der bekannten Klopftechniken: die Prozessorientierte Energetische Psychologie, kurz PEP. In leicht verständlichen Anleitungen zeigt er Möglichkeiten auf, wie man belastende und einschränkende Gefühle überwinden und ganz nebenbei noch eine Menge über sich, seine Beweggründe und seine Denk- und Verhaltensmuster lernen kann.



Leseprobe:

Kapitel 4

So geht das Klopfen

Wenn man nun also von einem unangenehmen bzw. belastenden Thema oder Gefühl geplagt wird, welches man verändern möchte, so sollte man sich zunächst auf das Thema bzw. das Gefühl fokussieren. Wenn man mit dem Klopfen ein bisschen Erfahrung hat, dann kann man nun direkt mit dem Klopfen beginnen. Am Anfang jedoch kann es hilfreich sein, sich das Thema auf einem leeren Blatt Papier zu notieren und sich während der Anwendung der Übungen zur emotionalen Selbsthilfe immer wieder auf zwei Aspekte zu fokussieren, und zwar auf:

• störende unangenehme bzw. belastende Emotionen
und
• störende und entwicklungshemmende Kognitionen/ Glaubenssätze und Beziehungsmuster.

Wenn man also z. B. Angst vor einem öffentlichen Auftritt hat, dann könnte man zum einen diese Angst und alle Ängste und anderen unangenehmen Gefühle, die man dahinter vermutet, aufschreiben, wie z. B.:
Angst vor einem öffentlichen Auftritt/Angst zu versagen/Angst vor einem Blackout/Angst, den Text zu vergessen/Angst, die Kontrolle zu verlieren/Angst, dass alle sehen, dass Sie Angst haben/Angst, verrückt zu werden/Angst, dass die Zuhörer Sie blöd finden/Angst, dass die Zuhörer Sie angreifen/Angst, das Sie sich hilflos fühlen/Angst vor Scham- und Peinlichkeitsgefühlen/etc.,

und man könnte die einschränkenden Gedanken aufschreiben, wie z. B.:
Öffentliches Auftreten ist gefährlich/Ich bin ein Idiot, dass ich Angst vor öffentlichen Auftritten habe/Andere können das eh besser als ich/Ich werde bestimmt von den Zuhörern angegriffen/Ich bin nicht gut genug vorbereitet/ Ich habe es gar nicht verdient, meine Auftrittsangst zu überwinden/ Die Zuhörer sind bestimmt netter zu mir, wenn ich unsicher und ängstlich bin/Etc.

Nun hat man sehr viel wirklich wichtiges diagnostisches Material gesammelt und eine Menge von sich verstanden. Die verschiedenen so gefundenen Aspekte des Problems könnte man nun nacheinander einzeln fokussieren, während man dabei seine Akupunkturpunkte beklopft (siehe S. 33) und gegebenenfalls Selbstakzeptanzübungen durchführt (S. 27). Man kann aber, wie gesagt, auch einfach an das Thema insgesamt denken und dann klopfen.

Merke:
Zur ersten Übersicht empfiehlt es sich, die ausführliche Beschreibung der emotionalen Selbsthilfe mittels Klopfen und Selbstbeziehungsverbesserung auf den folgenden Seiten durchzulesen. Weiter unten ist dann eine Kurzform für den persönlichen emotionalen Selbsthilfeprozess abgebildet (siehe S. 42), anhand deren man das eigene Thema sofort und direkt angehen kann.

Am Anfang kann es hilfreich sein, das zu behandelnde Gefühl etwas zu verstärken, damit eine subjektive Belastung deutlich spürbar wird. Dies führt dazu, dass sich das Thema dann besser mittels Klopfen verändern lässt. Für die subjektive Einschätzung von Stress wird eine Stressskala genutzt, die von 0 bis 10 geht, wobei 0 bedeutet, dass es gar keinen Stress bzw. kein Unbehagen gibt, und 10 bedeutet, dass maximal vorstellbarer Stress vorhanden ist. Der Stress bzw. das Unbehagen sollte bei den Themen, die man angehen will, auf der Skala zwischen 4 und 8 liegen. Falls man zurzeit gar keine Belastung spürt, würde das Klopfen gegebenenfalls nicht so gut wirken können, und es ist sinnvoll, das Thema emotional etwas zu aktivieren. Hierzu kann die folgende Checkliste hilfreich sein. Sollte Ihr Stress schon bei 9–10 sein, können Sie natürlich das Klopfen auch anwenden.

Checkliste zur Herausarbeitung des Themas:
• Welches unangenehme oder belastende innere Bild gehört zu dem Thema? Was also erscheint vor Ihrem inneren Auge?
• Wo im Körper fühlt es sich besonders unangenehm an?
• Um was für ein Gefühl handelt es sich genau?
• Wie denken Sie über sich, da Sie dieses Problem haben?
• Was glauben Sie, dass andere über Sie denken, da Sie dieses Problem haben?
• Machen Sie sich einen Vorwurf bezüglich des Themas?
• Machen Sie anderen einen Vorwurf bezüglich des Themas?
• Haben Sie noch Erwartungen anderen gegenüber?
• Wie alt fühlen Sie sich jetzt gerade, wenn Sie an das Problem denken?

1. Konzentrieren Sie sich auf das Thema, bzw. das unangenehme Gefühl, das Sie verändern wollen (gegebenenfalls mittels der Checkliste zur Herausarbeitung des Themas).

2. Den Stress, das Unbehagen, die Belastung einschätzen.
Wie unangenehm fĂĽhlt sich dieses GefĂĽhl auf einer Skala zwischen 0 und 10 jetzt an? 0 bedeutet, wie gesagt, keinen Stress bzw. Unbehagen, und 10 bedeutet maximalen Stress bzw. maximales Unbehagen.
Diese Einschätzung des Stresses kann man nach jedem Klopfdurchgang, nach jeder Zwischenentspannung (siehe S. 38) oder einfach zwischendrin immer wieder wiederholen, um zu erkunden, was sich am Thema schon geändert hat.

3. ĂśberkreuzĂĽbung (S. 23) und FingerberĂĽhrĂĽbung (S. 25).
Führen dazu, dass beide Hirnhälften besser miteinander kommunizieren.
ĂśberkreuzĂĽbung:
Bei der Überkreuzsitzübung kann man darauf achten, dass sich die Positionen der Beine und Arme angenehm anfühlen. Bei den meisten Menschen ist dies der Fall, wenn der linke über dem rechten Knöchel liegt und der rechte Arm über dem linken liegt (siehe S. 23). Falls es jedoch anders ist, so ist das völlig in Ordnung. Jeder Anwender sollte jedenfalls eine für sich angenehme Position einnehmen.
(Abb. ĂśberkreuzĂĽbung)

Wenn man zum Schluss die Augen geschlossen hält, sollte man sich ganz auf den Atem konzentrieren. Beim Einatmen kann die Zunge den Gaumen berühren, und beim Ausatmen sollte sie sich wieder lösen. Während der Übung kann man sich vor dem inneren Auge eine ausbalancierte Pendelwaage vorstellen, um so dem Gehirn ein Bild von Balance zu präsentieren. Man kann sich innerlich auch das Wort „Balance“ sagen. Die Übung sollte zwischen 30 Sekunden und zwei Minuten dauern.

FingerberĂĽhrĂĽbung:
Die FingerberĂĽhrĂĽbung (S. 25) ist eine Konzentrations- und ZentrierungsĂĽbung. Sie unterstĂĽtzt es, dass man sich zentrierter bzw. innerlich mehr im Lot fĂĽhlt.
Die Ellenbogen liegen am Körper seitlich an, und die Zunge kann wieder beim Einatmen den Gaumen berühren und sich beim Ausatmen wieder lösen. Für diese Übung kann man sich zwischen 30 Sekunden und zwei Minuten Zeit nehmen. Die Augen können geschlossen oder offen sein.
(Abb. FingerberĂĽhrĂĽbung) ...


Link zum Inhaltsverzeichnis des Buches (mit Abbildungen)

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(c) Carl-Auer Verlag, Heidelberg, 2010



Ăśber den Autor:

Dr. med. Michael Bohne ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Neben der fachärztlichen Weiterbildung in tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie und Verhaltenstherapie ist er fortgebildet in Systemischer Therapie, Hypnotherapie, EMDR, Struktur- und Familienaufstellung und Energetischer Psychologie. Er ist einer der renommiertesten Ausbilder in Energetischer Psychologie in Deutschland und gefragter Referent auf psychotherapeutischen Tagungen und Kongressen.- Als Auftritts-Coach trainiert er Fernseh- und Radiomoderatoren von ARD und ZDF, Orchestermusiker vieler deutscher Opern- und Sinfonieorchester sowie solistisch arbeitende, international auftretende Opernsänger. Ferner arbeitet er als externer Coach und Management-Trainer für verschiedene Unternehmen, u. a. die VW Coaching Gesellschaft, die NORD/LB und den NDR. Daneben ist er Coach und Berater für die Club of Rome-Schulen Deutschland. Vielfältige Vortrags- und Workshoptätigkeit zum Thema Lampenfieber und Bestleistungsoptimierung, u. a. im Rahmen von Lehraufträgen und Gastdozenturen an verschiedenen Musikhochschulen. Zahlreiche Veröffentlichungen zu den Themen Energetische Psychologie und Auftrittsoptimierung.

Michael Bohne im Radio und TV:
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